Die Drohne von Volocopter und DB Schenker in einer Lagerhalle.  | © DB Schenker/ N. Kazakov

Wir forschen für den Klimaschutz

Nachhaltige Mobilität braucht innovative und zukunftsweisende Technologien. Daher entwickeln und erforschen wir als Deutsche Bahn grüne Lösungen für den Verkehr von morgen. So wollen wir die Angebote für unsere Kund:innen noch klimafreundlicher gestalten und unseren CO2-Fußabdruck weiter verringern. Gemeinsam mit Partnern aus der Wissenschaft und Industrie machen wir aus Fiktion Realität.

Leiser und sauberer Transport per Drohne

Gemeinsam mit dem Startup Volocopter entwickeln wir beispielsweise die sogenannte VoloDrone. Dabei handelt es sich um eine elektrisch betriebene Lastendrohne, die autonom fliegt. Sie kann Lasten von bis zu 200 Kilogramm tragen und hat eine Reichweite von bis zu 40 Kilometern.

Ziel ist es, die VoloDrone in naher Zukunft für den Transport von Logistikgütern bei DB Schenker einzusetzen. So können wir unsere Lieferketten noch schneller und klimaneutral gestalten. Einsatzmöglichkeiten gibt es viele: Zum Beispiel in Norwegen - hier werden vorgelagerte Inseln oder Fjorde bislang per LKW oder Hubschrauber beliefert. Mit der VoloDrone könnten beispielsweise Medikamente künftig schneller und umweltfreundlicher die dortigen Krankenhäuser erreichen. Aber auch im Stadtverkehr bietet der Einsatz der Lastendrohne Vorteile. So kann die Drohne Waren dort ausliefern, wo Fahrzeuge aufgrund von Dieselsperrzonen nicht beliefern können.

Bevor die Drohne aber ihren Dienst bei DB Schenker antreten kann, muss sie noch diverse Tests durchlaufen. Dazu zählen unter anderem sogenannte statische Tests auf unserem Schenker-Gelände in Nürnberg. Statisch heißt, dass die Drohne zunächst noch nicht fliegt. Dabei prüfen wir beispielsweise, wie die Drohne optimal beladen wird. Erst nach Zertifizierung durch die Flugzulassungsbehörde EASA kann die Drohne dann über zunächst unbemannten Gebieten und später auch in städtischen Gebieten aufsteigen.

Wenn die Erprobung der VoloDrone erfolgreich ist, könnte sie künftig Bestandteil der DB Schenker Standorte werden. So können wir unsere Lärm- und Schadstoffemissionen im Logistikbereich weiter reduzieren.

 

Schwerlastdrohne VoloDrone auf dem ITS World Congress 2021.

Ammoniak-Wasserstoffmotor als grüner Antrieb

Wir als Deutsche Bahn werden bis 2040 klimaneutral sein. Dafür arbeiten wir an grünen Lösungen für den Betrieb unserer bestehenden Dieselflotte, denn nicht überall können wir Güter und Personen mit Ökostrom ans Ziel bringen. In einem aktuellen Forschungsprojekt entwickeln wir deshalb gemeinsam mit dem australischen Energiekonzern Fortescue Future Industries (FFI) eine neue Antriebstechnologie – den Ammoniak-Wasserstoffmotor. 

Der Ammoniak-Wasserstoffmotor basiert auf einem vorhandenen Typ von Verbrennungsmotor. Dieser wird so modifiziert, dass er mit grünem Ammoniak und grünem Wasserstoff betrieben werden kann – hergestellt aus erneuerbaren Energien. Der Vorteil im Vergleich zu einem reinen Wasserstoffmotor: flüssiges Ammoniak besitzt bezogen auf das Volumen eine höhere Energiedichte als flüssiger Wasserstoff. Im Betrieb führt das zu höheren Reichweiten. Darüber hinaus lässt sich flüssiges Ammoniak leichter transportieren und speichern.

Schlüsseltechnologie des neuen Motors ist ein sogenannter Cracker des Stuttgarter Unternehmens Ammonigy, der direkt auf dem Fahrzeug verbaut wird. Dieser spaltet einen kleinen Teil des Ammoniaks außerhalb des Motors in Wasserstoff und Stickstoff auf. Der so erzeugte Wasserstoff wird dann dem restlichen Ammoniak als Zündgas beigemischt und ermöglicht so eine gleichmäßige Verbrennung, die CO2-frei ist. Ein erster Prototyp des Motors für Schienenfahrzeuge wird derzeit auf einem Motorenprüfstand getestet. Gemeinsam mit unseren Partnern entwickeln wir diese Technologie weiter. Mit Dauerlaufversuchen und Emissionsmessungen prüfen wir den Motor auf Herz und Nieren. 

Noch ist die Verfügbarkeit von grünem Ammoniak und grünem Wasserstoff allerdings begrenzt. Daher arbeiten wir parallel im Projekt daran, globale Lieferketten für beide Energieträger auszubauen. FFI will als Wasserstoffproduzent den Energieträger in Form von grünem Ammoniak künftig weltweit vertreiben. Und wir erproben vielfältige Lösungen für den Einsatz von Wasserstoff. Darum könnten wir in Zukunft ein Abnehmer mit großem Eigenbedarf sein. Gleichzeitig entwickelt DB Cargo effiziente und grüne Logistikkonzepte, um Wasserstoff und Ammoniak klimafreundlich zu transportieren.