Akkuzüge bei der DB | © Deutsche Bahn AG / Claus Weber

Wir laden Züge elektrisch auf

Wir als Deutsche Bahn haben uns ehrgeizige Ziele im Klimaschutz gesetzt. Bis 2040 werden wir klimaneutral sein. Dafür arbeiten wir an innovativen Lösungen für alternative Antriebe, um uns vom Dieselverkehr zu verabschieden. Dazu zählt beispielsweise der Test moderner Akkuzüge. 

Volle Power auch ohne Oberleitung

Die sogenannten Akkuzüge (engl. BEMU = Battery Electric Multiple Units) ermöglichen grünes und elektrisches Fahren auch auf Strecken, auf denen nicht durchgängig eine Oberleitung vorhanden ist. Denn die elektrischen Triebzüge haben einen sogenannten Akkumulator an Bord, also eine wiederaufladbare Batterie. Auf Streckenabschnitten mit Oberleitung werden die Akkus über den Stromabnehmer aufgeladen. So ist eine Weiterfahrt auch auf nicht elektrifizierten Strecken möglich, auf denen bislang nur Dieselfahrzeuge fahren können. Dank Ökostrom können die neuen Akkuzüge sogar lokal emissionsfrei fahren.

Energieversorgung für Akkuzüge

Inseln zum Aufladen

Damit die Akkuzüge unterwegs immer genug Power haben, sorgen wir auf langen Strecken mit sogenannten Oberleitungsinseln für die nötige Ladeinfrastruktur und Stromversorgung. Sie kommen dort zum Einsatz, wo ein Nachladen erforderlich ist, aber bisher keine Oberleitung zur Verfügung stand. So kann der Zug seinen Akku während der Fahrt aufladen. Möglich ist das auch über stationäre Ladeeinrichtungen, beispielsweise in der Abstellanlage, wenn der Zug Pause hat. Unser Energiedienstleister DB Energie plant, errichtet und betreibt gemeinsam mit DB Netz diese Nachladeinfrastruktur.

Insel-Hopping in Schleswig-Holstein

Mit dem Bau der ersten Ladeinseln haben wir in Schleswig-Holstein begonnen. In den Bahnhöfen Kiel und Büchen setzen wir dafür zusätzliche Oberleitungsmasten. Die ersten Ladeinseln und -unterwerke entstehen dann bis Ende 2023 an der Westküste Schleswig-Holsteins in Heide, Husum und Tönning. Weitere Anlagen sind in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz geplant.

Erster Akkuzug erfolgreich getestet

Gemeinsam mit Alstom hat DB Regio in Zusammenarbeit mit den Ländern Baden-Württemberg und Bayern den ersten Akkuzug erfolgreich im Fahrgastbetrieb getestet. Bis Anfang Mai 2022 war der Zug werktags in Baden-Württemberg auf der Strecke Stuttgart–Horb unterwegs. Auf den insgesamt 30.000 Testkilometern konnten wir die Leistungsfähigkeit des Zuges auf unterschiedlichen Streckenprofilen testen und verschiedene Ladeszenarien erproben. Das Ergebnis ist positiv: Der Zug fährt zuverlässig, die Batterie ist stabil und das elektrische Fahrgefühl überzeugt sowohl die Fahrgäste als auch die Lokführer:innen.

Ab 2025 wird DB Regio erstmalig auch eine Flotte von Akkuzügen im regulären Betrieb im Streckennetz in der Pfalz einsetzen. Diese Fahrzeuge werden von der Firma Stadler geliefert.