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25.06.2020

Deutsche Bahn weitet Schutzverfahren für Gleise aus

Weil extreme Hitze den Schienenstahl belastet, testen wir bei der Deutschen Bahn ein spezielles Schutzverfahren für unsere Gleise. Ein weißer Farbanstrich soll die Schienen bei hohen Temperaturen kühler halten. Umfangreiche Laboruntersuchungen haben gezeigt, dass weiße Schienen deutlich mehr Licht reflektieren und damit sieben bis acht Grad Celsius kühler sind als Schienen ohne Farbe. Auf der Schnellfahrstrecke Hannover-Würzburg testen wir das Verfahren jetzt auf der Pfieffeletalbrücke bei Melsungen.

Auf dieser Brücke liegen zwei Gleise. Bei einem haben wir die Schienen auf einer Länge von tausend Metern weiß gefärbt, bei dem anderen nicht. An den Schienen zusätzlich installierte Sensoren messen nun rund um die Uhr die Temperatur des Stahls. Ein Computer wertet die Daten aus und vergleicht die „Fieberkurven“ der normalen mit denen der weißen Schienen. Bis zum Jahresende sollen die Daten ausgewertet sein. Zeigt sich, dass weiße Farbe auch im realen Bahnbetrieb kühlt, soll die weiße Schiene auch an anderen Stellen eingesetzt werden.

Seit Herbst 2019 testen wir die weißen Schienen. Ein Ergebnis gibt es nach knapp zehn Monaten bereits: Die umweltfreundliche Farbe hält. Sie muss jedoch regelmäßig aufgefrischt werden.

Die weiße Schiene ist nur eine von vielen Aktivitäten, mit denen wir uns bei der Deutschen Bahn auf Klimaveränderungen wie zunehmende Hitze vorbereiten. Zur zusätzlichen Kühlung von Anlagen und Technik testen wir unter anderem auch den Einsatz von hochisolierendem Aerogel. Darüber hinaus werden Erkenntnisse aus der Bionik genutzt – etwa bei Schalthäusern, deren Dämmung Kaktuslamellen nachempfunden ist. Die Maßnahmen zielen darauf ab, die Infrastruktur für Extremwetter robuster zu machen.