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22.10.2019

So pflegen wir die Natur im Thüringer Wald

Mitten im Thüringer Wald gibt es sie noch. Die mittlerweile selten gewordenen blütenreichen Bergwiesen. Wir sorgen dafür, dass das so bleibt. Denn die Wiesen sind bedroht. Weil die historische bäuerliche Nutzung nicht mehr stattfindet, wachsen die Wiesen zu und die Artenvielfalt der Blühpflanzen geht verloren. Dabei bieten sie zahllosen Tierarten Nahrung, wie Nektar für Schmetterlinge und Wildbienen.

Die fast verlorenen Wiesen stellen wir wieder her: Zuerst bereiten wir den Boden mit Bagger und Fräse vor, dann fährt ein Unimog-Fahrzeug über das Gelände, das mit einem Schlauch eine flüssige Mischung aus Samen, natürlichem Kleber und Wasser auf den Boden spritzt. Die Samen befinden sich in einem Tank, mit dem Schlauch kann die Mischung auch an steilen Hängen angespritzt werden. Im Frühjahr wachsen dann Kräuter und Gräser – wie etwa die aromatische Bärwurz und das robuste Borstgras.

Diese Naturschutzmaßnahme gleicht Eingriffe aus, die durch den Bau der ICE-Strecke Hallstadt – Erfurt und des Bahn-Knotens Erfurt entstanden sind. Sie ist nur eine von hunderten Maßnahmen, mit denen wir  – gesetzlich vorgeschrieben – im Zuge dieser Bahnbau-Projekte im und um den Thüringer Wald wertvolle Lebensräume schaffen: Insgesamt haben wir auf Flächen von mehr als 1.000 Hektar so genannte Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen als Kompensation für den Eingriff in die Natur durchgeführt.

Die ersten haben wir südlich von Erfurt vor knapp 20 Jahren angelegt. Landschaftsgärtner hatten dort in unserem Auftrag tausende Sträucher und Bäume gepflanzt. Jetzt ist diese Gegend mit Hecken, Feldrainen, Streuobstwiesen, artenreichen Grünländern und Halbtrockenrasen gesäumt. In der ansonsten eher intensiv genutzten Landschaft dienen diese Flächen als wichtige Rückzugsräume für gefährdete Pflanzen- und Tierarten.

Das fachliche Spektrum der Maßnahmen haben wir jeweils auf die regionalen Bedingungen zugeschnitten: So wurden Gehölzflächen gezielt als Baumreihen, Hecken oder größere Aufforstungen angelegt, die das Klima verbessern und helfen Bodenerosion zu verhindern. Außerdem nutzen Wildtiere, wie Rotwild oder das scheue Rebhuhn, die Gehölze als Rückzugsort.

Nahe der imposanten Grümpentalbrücke oder auf bayrischer Seite nördlich von Rödental haben wir mehrere Tümpel gegraben und damit Fröschen und Libellen einen für sie passenden Lebensraum geschaffen. Und in Kooperation mit dem Thüringen Forst haben wir insgesamt rund 100 Hektar an Fichtenmonokulturen zu naturnahen Laubholzbeständen entwickelt. Weiterhin haben wir Ackerland in artenreiches, extensiv genutztes Grünland umgewandelt.