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10.03.2020

CO2 einsparen mit On-Demand-Mobilität

Rund 25 Millionen Kilometer legen Privatfahrzeuge täglich innerhalb Hamburgs zurück. On-Demand-Shuttles können hiervon 6,5 Millionen Kilometer und damit tausend Tonnen CO2 einsparen. Das zeigt eine Studie von ioki, dem Geschäftszweig der Deutschen Bahn für intelligente On-Demand-Mobilität, im Auftrag der HOCHBAHN. Für die Untersuchung hat ioki zunächst eine umfassende Verkehrsanalyse durchgeführt. Auf dieser Grundlage wurde ein Konzept entwickelt, in dem herkömmlicher ÖPNV mit neuen Sharing-Angeboten zu einem integrierten ÖPNV verknüpft wird. Die Angebote sollen leicht zugänglich und in den Tarif des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV) integriert werden.

Die Analyse zeigt: Etwa 150.000 Hamburger - knapp 10 Prozent der Gesamtbevölkerung - würden von einem Shuttle-basierten Service profitieren, weil sie derzeit kein vergleichbares ÖPNV-Angebot vor ihrer Tür haben. Vor allem die Stadtteile im Nordosten Hamburgs wie Wandsbek würden durch Mobilitätslösungen, die dem individuellen Bedarf der Fahrgäste und nicht festen Fahrplänen folgen, deutlich aufgewertet.

Zudem wäre jede im Shuttle zurückgelegte Strecke durch die direkte Anbindung an ÖPNV-Haltestellen im Schnitt 60 Prozent kürzer als der entsprechende Weg im privaten Auto.

Die Mobility Analytics Studie untersucht, wie ein vernetzter, emissions- und barrierefreier öffentlicher Nahverkehr unter Einhaltung einer maximalen Wartezeit von fünf Minuten – dem sogenannten „Hamburg Takt“ – im Jahre 2030 aussehen muss. Das Fazit: Shuttle-Fahrzeuge, die per App bestellt Fahrgäste zum Tarif des Nahverkehrs auf flexiblen Routen ans Ziel bringen, bieten weitreichendes Potenzial für eine klimaschutzorientierte Mobilitätswende in Hamburg.

„Mit unserer Analyse geben wir Antworten auf die drängenden Zukunftsfragen in der Mobilität“, sagt Berthold Huber, Vorstand Personenverkehr der Deutschen Bahn. „Die Studie soll Impulse für weitere On-Demand-Angebote in Hamburg, aber auch deutschlandweit setzen. Denn sie belegt die große Chance dieser individuellen Form des öffentlichen Verkehrs, wenn sie in den Nahverkehrstarif integriert ist. Durch die direkte Vernetzung mit Haltestellen und Bahnhöfen wird zugleich die klimafreundliche Schiene gestärkt. Deshalb wollen wir solche Analysen vielen Großstädten anbieten.“

„Hamburg nimmt in Sachen nachhaltiger und neuer Mobilitätskonzepte schon heute eine Vorreiterrolle ein“, sagt Henrik Falk, Vorstandsvorsitzender der Hamburger Hochbahn AG. „Die Studie verdeutlicht einmal mehr, dass der öffentliche Nahverkehr im Zusammenspiel mit neuer Mobilität noch enormes Potenzial hat. Shuttles, die ’bedarfsgerecht angefordert werden können, sind vor allem deshalb attraktiv, weil sie den Zugang zu Bus und Bahn bequemer machen. Die intelligente Vernetzung der Mobilitätsbedürfnisse weist den Weg zu einer zukunftsgerichteten Stadtmobilität in Hamburg im Jahr 2030.“

Das bereits 2018 in den Stadtteilen Lurup und Osdorf etablierte Angebot „ioki Hamburg“ zeigt schon heute, dass durch die tiefe Integration eines On-Demand-Angebots in den bestehenden ÖPNV der Nahverkehr gestärkt werden kann. Hier lassen sich 72 Prozent der Fahrgäste zur nächstgelegenen ÖPNV-Haltestelle oder einen Bahnhof fahren bzw. von dort abholen. Immerhin jeder vierte Fahrgast ersetzt die Fahrt mit dem Pkw durch den individuellen Shuttle-Service, dies belegt eine Untersuchung des Instituts für Verkehrsplanung und Logistik der Technischen Universität Hamburg.