Eine  Schienenschmiereinrichtungen ist im Gleisbett montiert und reduziert das Quietschen der Züge in Kurven. | © DB AG / Faruk Hosseini

Wir gehen dem Lärm an den Kragen

Herkömmliche Schallschutzwände passen nicht überall ins Stadtbild. Auch reicht nicht immer der Platz neben den Gleisen dafür aus. Deshalb testen wir innovative Maßnahmen, um überall die wirklich passenden Lösungen anbieten zu können.

Innovative Techniken für mehr Lärmschutz

So haben wir beispielsweise sogenannte Schienenstegdämpfer erfolgreich getestet und setzen diese an geeigneten Stellen in unserem Schienennetz ein. Die verschiedenen Systeme sind unmittelbar an beiden Seiten der Schienen in kurzen Abständen montiert und bestehen aus einem Stahlblech-Sandwichelement mit zwischenliegendem Dämpfungsmaterial. Dieses Masse-Feder-System dämpft die Schwingungen der Schiene, die bei der Überfahrt durch den Zug entstehen und reduziert den Lärm um bis zu drei Dezibel. 

Unseren Brücken wollen wir das Dröhnen abgewöhnen. Dafür haben wir einen Leitfaden mit innovativen Technologien erarbeitet. Von elastischen Unterschottermatten über besohlte Schwellen bis hin zu Brückendämpfern oder Dämpfungsfolien - der Maßnahmenkatalog ist vielseitig. Er soll Planungsbüros eine Hilfestellung geben, um geeignete Lärmschutzmaßnahmen zu identifizieren und umzusetzen. So können wir den Lärmschutz von Anfang an mitdenken, beispielsweise auch bei der Sanierung alter Brücken.

Und wenn wir mal nicht hoch hinausdürfen – auch niedrige Schallschutzwände, die nah am Gleis montiert sind, können den Lärm um drei bis fünf Dezibel reduzieren. Um die Anwohnenden an unseren Gleisen vom Lärm zu entlasten, wenn unsere Züge in Kurven quietschen, schmieren sogenannte Schienenschmiereinrichtungen ganz automatisch die Gleise. 

Moderner Schallschutz an Tunneln

Auch bei Tunnelbauten achten wir auf den Lärmschutz. Denn wenn Züge mit hoher Geschwindigkeit durch einen Tunnel fahren, schieben sie Luftmassen vor sich her, die sich immer mehr aufstauen und im ungünstigsten Fall mit einem hörbaren Knall am Tunnelausgang entladen. Vor allem bei Tunneln mit geringem Querschnitt und hoher Durchfahrtsgeschwindigkeit tritt dieser Effekt auf. Um dies zu verhindern, statten wir solche Tunnel, die mit 300 km/h befahren werden können, mit sogenannten Haubenbauwerken an den Einfahrtsportalen aus. Sie bewirken, dass die entstehenden Druckwellen durch Entlüftungsöffnungen nach oben entweichen und sich so ohne Knall verwirbeln und ausbreiten können. 

Wir nutzen viele Möglichkeiten, dem Lärm an den Kragen zu gehen. So wollen wir die Anwohnenden an unseren Strecken entlasten.