Arbeiten an einem ruhigeren Morgen

Innovationen

Ziel der Deutschen Bahn ist es, den Lärmschutz an der Infrastruktur auf ein neues Level zu heben. Das ist nur durch innovative Technologien möglich. Deshalb arbeiten wir an neuartigen Konzepten und testen sie.

Mit der „Initiative Lärmschutz-Erprobung neu und anwendungsorientiert“ (I-LENA) bauen wir gemeinsam mit dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) unsere Möglichkeiten beim ortsfesten Lärmschutz aus. Gestartet im April 2016, schafft I-LENA die Voraussetzung, um fortschrittliche Ideen und Produkte zu testen.

Über 50 Ideen wurden seit Beginn von I-LENA eingereicht. Die ausgewählten Technologien decken dabei ein breites Spektrum ab. Noch bis Ende 2020 werden knapp 30 Innovationen unter Praxisbedingungen im Einsatz getestet. Bedingung für die Hersteller: ein anwendungsreifer Prototyp sowie die bautechnische Erprobungszulassung. Ein gewisser Innovationsgrad, der zum Beispiel die Wirtschaftlichkeit erhöht oder den Einfluss auf die Landschaft verringert, gilt ebenfalls als Kriterium.

Bei der Auswahl der Teststrecken wird primär auf gute akustische Messbedingungen geachtet – also auf freie Schallausbreitung und ein Minimum an störenden Hintergrundgeräuschen. Darum finden die Tests auch auf der „grünen Wiese“ statt und werden nach Abschluss wieder entfernt.

Niedrige Schallschutzwände, die nah am Gleis montiert sind, können den Schall je nach topografischen Verhältnissen deutlich reduzieren. Sogenannte Schienenschmiereinrichtungen schmieren ganz automatisch die Gleise und reduzieren die Quietschgeräusche der Züge in den Kurven. Auch mobile Schallschutzwände für Baustellen sowie innovative Schienenschleifverfahren werden getestet.

Neben Weiterentwicklungen bekannter Technologien erproben wir auch völlig neue Ansätze zur Lärmminderung. So sollen zum Beispiel Aufsätze für Schallschutzwände durch unterschiedliche physikalische Effekte die Ausbreitung von Luftschall weiter mindern. Ziel ist es, die Höhe von Schallschutzwänden bei gleicher Lärmminderung zu reduzieren, um so den Eingriff in das Landschaftsbild möglichst gering zu halten.

Niedrige Schallschutzwände können den Schall reduzieren

Das BMVI übernimmt die Kosten, wir bauen die Technologien ein. Mit Investitionen von insgesamt rund zehn Millionen Euro fördert I-LENA den Ideenwettbewerb im Lärmschutz und beschleunigt die Entwicklung anwendungsreifer und marktfähiger Produkte.

Viele der Ideen, die im Rahmen von I-LENA erprobt werden, können bald in die Praxis umgesetzt werden. Sie werden den Schienenverkehrslärm senken und die Akzeptanz der Schiene weiter erhöhen.